In Göming herrschte am Donnerstagmorgen bedrückende Stille. Die Bewohner des kleinen Ortes im Flachgau bemerkten schon früh, dass etwas nicht stimmte. Die 89-jährige Frau aus dem Einfamilienhaus am Ortsrand zeigte sich nicht wie gewohnt. Normalerweise öffnete sie am Vormittag kurz ihre Haustür, holte die Zeitung oder wechselte ein paar Worte mit den Nachbarn. An diesem Tag blieb alles ruhig. Kein Schritt, kein Licht, kein Lebenszeichen.
Die Nachbarn hielten das für ungewöhnlich und riefen schließlich die Polizei. Die Beamten erreichten das Haus wenig später und verschafften sich einen Überblick. Schon im Eingangsbereich rochen sie einen schwachen Hauch verbrannten Ruß. Der Ofen im Wohnzimmer verriet rasch, was in der Nacht geschehen war. Die Frau hatte am Abend zuvor eingeheizt, um das Haus zu wärmen. Der Ofen zog jedoch nicht richtig. Glut und Funken entzündeten kleine Gegenstände in der Nähe. Das Feuer entwickelte sich kurzzeitig stärker als geplant, verlor aber später an Kraft und ging wieder aus. Dennoch füllte sich der Raum mit Rauch.
Die Ermittler entdeckten die Frau leblos im Inneren des Hauses. Der erste Eindruck deutete auf eine Rauchgasvergiftung hin. Genau klären soll das aber eine angeordnete Obduktion. Die Beamten schließen Fremdverschulden aus und sehen keine Hinweise auf ein Verbrechen.
Der Vorfall erschüttert die Dorfgemeinschaft. Viele kannten die Frau seit Jahrzehnten.
Göming trauert um eine Nachbarin, die ihr Leben in einer kalten Novembernacht verlor. Die Tragödie erinnert die Menschen daran, wie schnell ein vertrauter Alltag kippen kann. Ein kleiner Funke genügte, um eine Kette von Ereignissen auszulösen, die niemand mehr stoppen konnte.

